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04.12.2013

Besuch des deutschen Generalkonsuls in Halabja

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Am 4. Dezember besuchte  Herr Alfred Simms-Protz, der deutsche Generalkonsul in Irakisch-Kurdistan,  mit einer Delegation die Stadt Halabja und legte unter anderem einen Kranz auf dem Friedhof nieder, auf dem ein Teil der 5000 Opfer des Giftgasangriffes bestattet liegen. Am 16. März 1988 wurde Halabja von der irakischen Armee mit Giftgas bombardiert.

Nachweislich waren deutsche Firmen tief in das irakische Giftgasprogramm verwickelt, weshalb seit Jahren die Bewohner von Halabja von Deutschland eine Entschuldigung für die damalige Kollaboration mit dem Regime von Saddam Hussein fordern. Auch wenn eine Kranzniederlegung keine Entschuldigung ist, wurde die Geste als wichtiger Schritt in Halbja begrüsst .

Die Delegation besuchte außerdem verschiedene Projekte in Halabja, so auch das von Wadi mitinitiierte Radio Dangue Nwe und das Halabja Frauenzentrum. Spontan gab der Konsul Dangue Nwe ein Interview (hier nachzuhören). Besonders beeindruckt zeigte sie sich sich über die lockere Atmosphäre in Radio und Frauenzentrum. Man wisse ja gar nicht, so hieß, wer "hier der Chef sei und wer der Fahrer". Seit Früjahr 2013 sind Frauenzentrum und Radio als eigene lokale Organisation registriert und erhalten so auch Unterstützung von der kurdischen Regionalregierung.

In einer Pressemitteilung reagierte auch die Organisation Spi, die ebenfalls von Wadi und dem Schweizer Green Cross seit Jahren unterstützt wird, auf den Besuch mit einer Presseerklärung, in der sie noch einmal darauf hinwies, dass seit Jahren die Forderung nach einer Entschuldigung der Bundesregierung erhoben wird.

Zum 25. Jahrestag des Giftgasangriffes hatte eine Delegation von Spi diese Forderung auch persönlich dem Konsul überbracht. Im Jahre 2008 fand, initiiert von Spi, eine Demonstration vor dem deutschen Generalkonsulat statt, die damals für große Aufmerksamkeit in den lokalen Medien gesorgt hatte.

 
 
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