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WADI fördert seit 1992 Programme der Selbsthilfe im Nahen Osten – in Israel, Jordanien und dem Irak. Im Zentrum stehen Projekte, die konkrete Hilfe mit den Rechten und Fähigkeiten der Einzelnen verbinden: Rehabilitationsprojekte für Langzeitstrafgefangene, Alphabetisierungs-Programme, Bildung und Ausbildung von Frauen, öffentliche Aufklärung über und Kampf gegen häusliche Gewalt an Frauen und Mädchen sowie Kampagnen gegen weibliche Genitalverstümmlung.


Hilfe zur Selbsthilfe


Jede wirksame Veränderung konkreter Verhältnisse fußt auf der eigenverantwortlichen Entscheidung von Individuen. Wo es um eine langfristige Entwicklung geht, ist anstelle von Almosen die Unterstützung jener gefragt, die sich um die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse bemühen. Demokratische Rechte und die Möglichkeiten des Einzelnen, über seine Zukunft selbst zu bestimmen, sind die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass die Hilfe für Menschen in Not nicht Almosen bleibt.


Parteiisch, nicht parteilich


Unterentwicklung, Diskriminierung und Armut zu bekämpfen bedeutet mehr als Nahrungsmittel zu liefern, Brunnen zu bohren und Saatgut zu verteilen. Hilfe in der Not ist von der Frage der Gewährung von Rechten und der Freiheit des Einzelnen, seine Zukunft selbst zu bestimmen, nicht zu trennen. Deshalb muss Entwicklungshilfe Partei ergreifen. Denn die vermeintlich "unparteiische" Hilfe wird auf schlimmste Weise parteilich, wo sie die gesellschaftlichen Ursachen der Not unberührt lässt und sich Strukturen bedient, die Ungerechtigkeit und Armut weiter festschreiben.


Partei zu ergreifen gilt es auf der Seite der Menschen, die von ihrem Recht auf Glück und ein menschenwürdiges Dasein abgeschnitten wurden. Entwicklung heißt daher immer auch Einmischung in die gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Programme von WADI ergreifen Partei – und sind dennoch unabhängig von politischen Parteien. Projektpartner sind lokale Initiativen, die jenseits von Staats- und Parteistrukturen, für eine konkrete Verbesserung der Verhältnisse eintreten.


Nur Demokratisierung schafft Perspektiven


Die Erfahrung, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können, ist vielfach ein wichtiger Schritt zur Überwindung der Entmündigung. Dazu gehört neben dem Schutz und der Achtung der Rechte des Einzelnen, die Möglichkeit, sich wirkungsvoll für eigene Interessen einzusetzen. Nationalistische und islamistische Ideologien, die dem Einzelnen die totale Unterwerfung abverlangen, wirken nicht auf selbstbewusste Menschen, die über ihre eigenen Belange zu bestimmen gelernt haben. Ohne Demokratisierung gibt es keine Perspektive für einen „besseren“ Nahen Osten.


Um unsere Arbeit fortsetzen und wenn möglich auch ausweiten zu können
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Akram Mohammad Nadir (geb. 1976) arbeitet seit 2003 als Fahrer für WADI. Mit gerade zwölf Jahren überlebte er den Giftgasangriff auf Halabja. Gemeinsam mit seiner Familie floh er in den Iran. Bei der Rückkehr verhafteten ihn irakische Truppen. Akram kam in das Internierungslager Topsawa bei Kirkuk, berüchtigt für Grausamkeiten und Massenhinrichtungen. Die Jungen und Männer wurden regelmäßig in Lastwagen in die Wüste transportiert und erschossen; Alte und Schwache in andere Internierungslager verbracht. Als Akram schon zur Erschießung eingeteilt war, rettete ihn eine Generalamnestie. 1991 zog Akram nach Suleymania und arbeitete als Taxifahrer.


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